Growth Hacking – die Zauberformel gibt es nicht!

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Die Digitalisierung schreitet voran und wo Digital drinnen steckt kann “gehackt” werden. Auch im Marketing ist der Begriff längst gelandet. Durch die Digitalisierung sind viele neue Marketing Disziplinen entstanden, waren diese am Anfang in der Anzahl noch recht überschaubar müssen Online-Marketer heute eine Vielzahl von Disziplinen beherrschen, oder zumindest darüber Bescheid wissen.

Als Online Marketer beschäftigt mich die Frage

  • wie ich mehr Traffic aufbauen kann
  • mehr Leads / Sales generiere
  • eine Community rund um mein Produkt/Service aufbauen kann

Die verfügbaren Taktiken sind zahlreich

  • Content Marketing / Blogging
  • Social Media Marketing
  • Organisches SEO
  • Paid Traffic
  • Affiliate Marketing
  • Partnerships

Mit Growth Hacking hat dieser Trend vor einigen Jahren einen Namen bekommen: Wie kann ich mit wenig (oder gar keinem) Marketingbudget Reichweite aufbauen, Leads generieren, Salesziele erreichen, eine Community aufbauen usw usf., also mein Marketing “hacken”. Alles Aufgaben eines Online Marketers. Diesen Sonntag fand dazu ein eigener Workshop im Sektor5 statt: “Growth Hacking and Full Stack Marketing for Startups“. Mit den Speakern Patrick Vlaskovits und Casey Armstrong waren zwei erfahrene Growth Hacker zu Gast die zahlreiche Projekte mit Taktiken des Growth Hacking aufgebaut haben.

Zu Beginn stand eine kurze Begriffsdefinition, Abgrenzung zu klassischem Marketing und mE eine etwas zu lang geratene Einführung in das Thema.
Zu Beginn stand eine kurze Begriffsdefinition, Abgrenzung zu klassischem Marketing und mE eine etwas zu lang geratene Einführung in das Thema.

Folgend 4 Schwerpunkte aus dem Workshop herausgegriffen.

The medium is the message.

Ein wesentlicher Aspekt des Growth Hacking wurde gleich zu Beginn beleuchtet. Auf einem bereits stark etablierten Kanal Reichweite aufzubauen ist oft mit vielen Ressourcen verbunden. Wer beispielsweise auf Facebook eine reichweitenstarke Page und Communtiy aufbauen will schafft das heute nicht ohne Advertising Budget. Es sei denn es ist die Page für den nächsten Batman Movie. Beim Growth Hacking spielt eine wesentliche Rolle den passenden Kanal zur richtigen Zeit zu besetzen. Es gilt genau im Auge zu behalten welche Plattformen gerade “on the rise” sind und in deiner Zielgruppe an Relevanz gewinnen. Wenn das gelingt muss eine Möglichkeit gefunden werden diese Plattform für sich zu nutzen um dort eine Community aufzubauen und/oder Traffic zu lukrieren.

Das sich das schon rumgesprochen hat wurde klar als das Social Network Ello in den Hypecycle kam: Millionen von Usern haben ihre Accounts von Anfang an gleich als Firmenaccounts angelegt. Mehr als ein leeres Stadium mit Accountleichen wurde daraus aber nicht.

Casey hat dabei ein Beispiel gebracht: Ihm ist es gelungen sehr früh in das Beta-Programm für Twitter-Ads zu kommen. Mit etwas Geschick und wenig Budget ist es gelungen während der Google I/O Konferenz massiv Traffic aufzubauen. Twitter Ads waren 2012 noch relativ unbekannt und die Klickraten hoch.

Newsletter

Anküpfend an den Part zur Wahl der richtigen Plattform folgte eine Session zu Newsletter. Herausforderung ähnlich: Mit immer weniger organischer Reichweite auf den großen Social Media Plattformen ist ein gut gemachter Newsletter eine gute Alternative. Beispiele wurden alle anhand Mailchimp gebracht.

Das ein gut gemacher Newsletter dazu verwendet werden kann um eine Community rund um sein Produkt oder Service aufzubauen hat sich rumgesprochen und kann jeder in seiner eigenen eMail Inbox beobachten. Unternehmen nutzen heute Newsletter um ihren Kunden weit mehr zu bieten als Infos zu den eigenen Produkten und Dienstleistungen.

Ein paar Impulse aus dem Workshop dazu:

  • Nie auf den persönlichen Ton vergessen.
  • Alle eMails customizen, in keinem Fall die Vorlagen des eMail Systems akzeptieren
  • Versand mit persönlichem Namen, keine obskure Reply-To Adresse
  • Um Feedback bitten, Fragen stellen, einfach “engaging Content” liefern
  • Sofern es die Listgröße zulässt immer persönlich antworten

Besser selbst eine Community aufbauen rund um das eigene Blog oder Newsletter, anstatt auf einer fremden Plattformen die mir nur nach Einwurf von großen Scheinen ermöglicht diese Community auch weiterhin zu erreichen.

Partnerships

Als Startup oder KMU hat man oft ein Service oder Produkt dass in einer Nische Fuß fassen soll, aber nicht den Kanal zur potentiellen Zielgruppe. Im Modul Partnerships wurden beispielhaft eMail Templates diskutiert die sich dazu eignen mögliche Partner zu kontaktieren. Dabei wird unterschieden ob es sich um Cold-Contacts handelt oder zuvor ein persönliches Kennenlernen stattgefunden hat.

Wichtig beim Versuch solche Partnerships aufzugleisen ist vor allem im Fokus zu haben dass davon 3 Parteien profitieren müssen.

  1. Der potentielle Partner
  2. Was erwarte ich mir von der Partnerschaft
  3. Was haben die Kunden von der Partnerschaft dieser beiden Unternehmen

Nun gilt es in einer kurzen eMail alle 3 Punkte klar herauszuarbeiten, ansonsten ist die Chance hoch keine Antwort zu erhalten.

Vor Versand ist es wichtig die einfachsten Background Checks zu machen: Infos über den Empfänger aus LinkedIn, Twitter, Facebook etc. besorgen und sich einen Eindruck verschaffen ob/wie der Empfänger kommuniziert und ob meine Ansprache passen könnte.

Zu beachten beim Pitch via eMail
Zu beachten beim Pitch via eMail

Tools & Apps

Growth Hacking heißt sich allerlei kleiner Helferleins zu bedienen die Dinge für mich automatisieren, tracken, analysieren etc. Wenn es um die Optimierung von Web-Projekten geht ist natürlich ein gutes Verständnis von Google Analytics erforderlich. Wichtig ist es zu verstehen welche Keywords mir Traffic bringen vs. was ich denke was mir Traffic bringen sollte. Traffic zu Keywords aufzubauen zu denen ich schon etwas Traffic habe ist immer leichter als völlig neue Begriffe zu besetzen. Google Webmaster Tools helfen dabei Einblick zu bekommen. Wichtig ist auch die On-Site-Search auszuwerten. Was suchen Besucher auf meiner eigenen Seite? Das lässt sich innerhalb weniger Minuten einrichten.

Der Workshop war voll von Tool-Empfehlungen – hier nur ein Verweis auf die hunderten Listen zum Thema.

Bei all den Möglichkeiten des Trackings ist es auch wichtig eine Gesamtsicht auf sein Digitalmarketing zu haben. BI-Dashboard-Lösungen für Marketer gibt es unglaublich viele. Eines, nämlich Geckoboard, wird hier ausführlicher vorgestellt.

Im Workshop wurde natürlich noch strapaziert: Nicht alles was trackbar ist sollte beachtet oder ausgewertet werden. Besser eine klar verständliche KPI definieren und seine Growth Hacking Aktivitäten auf diese ausrichten.

Fazit

Die “Silver Bullet” oder Zauberformel gibt es nicht. Growth Hacking bedeutet vor allem ein ständiges Ausprobieren von Mini-Aktionen, auswerten dieser und optimieren. Und bei diesem Ausprobieren wird vielleicht die eine Methode gefunden die für größeres Wachstum sorgt. Growth Hacking ist vor allem auch ein ständiges Lernen und testen von Tools und Apps, lesen von Blogs zum Thema. Dabei hilft es relevante Startup-Blogs und Communities zu abonnieren: Startups haben meist wenig Budget und sind alleine dadurch gezwungen kreative Wege zu finden für Wachstum zu sorgen. Marketing-Manager größerer Unternehmen werden ihre liebe Mühe damit haben solch ein Verständnis zu etablieren: Zu oft verhindern Policys diesen einfachen Zugang, Vorschriften zu Tools, Apps, CMS etc. und andere bürokratische Hürden sind Feinde von Growthhacking. Growthhacking erfordert eine hohe Gestaltungsfreiheit seines Arbeitsalltags. Lernen lässt sich für etablierte Unternehmen trotzdem einiges von den Startups.

Nachdem Growth Hacking selbst nichts neues mehr ist und es dazu jede Menge Noise im Web gibt, Workshops abgehalten werden und Bücher/Blogs en masse veröffentlicht werden kann man sich zusätzlich noch “Doing the opposite” zu all den ausgetrampelten Pfaden als Mantra merken. Dieser Seinfeld Clip bringt das auf den Punkt.

Weiterführende Links

 

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Rolf Mistelbacher

Rolf Mistelbacher

Hi, I am the CEO & Founder of Fresh van Root, a boutique digital agency in Vienna, Europe.I got first online in '96 and since then I am hooked on the web. Here I blog about social media, WordPress and blogging, productivity, apps and tools for digital marketers, and all things related to running a digital agency.Before starting Fresh van Root I was working at Microsoft for quite some time. Get in touch with me on LinkedIn or Twitter!

3 thoughts on “Growth Hacking – die Zauberformel gibt es nicht!”

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