in Storytelling

Ich durfte heute auf Einladung der WKO am Jungunternehmertag (Programm) in der Messe Wien sprechen. Titel des Vortrags war “Digitales Marketing Kit für Jungunternehmer”. Hier die 50minütige Präsentation in Blogform kurz dargestellt.

Teil 1 meiner Präsentation war nach den üblichen Digitalmarketing-Kanälen strukturiert, in Teil zwei gings um Planung und Auswertung.

digital marketing vortrag struktur

Website oder Landingpage

Die Website oder Landingpage (Die erste Website nach der Gründung ist oft nicht mehr als eine Landingpage mit ein paar Unterseiten) soll dem Besucher in aller Kürze die wichtigsten Messages, oder besser die wichtigste Message, mitgeben. Zum bleiben, weiterscrollen oder klicken anregen. Zu beachten beim erstellen der ersten Landingpage oder Website sind

  • Key-Message / Claim / Hook Line / 2 sentence pitch etc. herauszuarbeiten: Mein Merksatz dazu lautet einfach: Es ist kompliziert eine einfache Website zu bauen. Das herausschälen der Kernbotschaft, der wichtigsten Texte (und diese zu kürzen) ist bei komplexen Produkten/Dienstleistungen sehr schwierig. Gründet man alleine kann man sich das mit sich selbst ausmachen. Gibt es mehrere Business-Bereiche, Mitarbeiter, Kollegen etc. wird das schnell auch kompliziert. Es ist aber wichtig das zu tun bevor irgendwelche Tools installiert werden, Designer zugekauft werden etc. >> Content first
  • SEO friendly CMS >> ein marktaktuelles CMS wählen das SEO freundlich ist. In Österreich beduetet SEO = Google Optimierung, da die anderen Suchmaschinen so gut wie keine Marktanteile haben. Ich empfehle absoluten Newbs WordPress + Yoast SEO Plugin.
  • Responsive / Mobilfähigkeit >> “bis 2020 haben 80% der Menschen auf diesem Planeten ein Smartphone“. Alle Digitalmarketing-Aktivitäten müssen am Smartphone funktionieren. Egal ob es die Landingpage ist, ein Blogbeitrag oder ein Newsletter der versendet wird. Die Mobildarstellung muss gewährleistet sein. Das ist wichtiger als das Design (Das auf Mobile sowieso nur eingeschränkt eine Rolle spielt)
  • Call to Action: Was will ich das mein Website Besucher tut? Einkaufen / Abonnieren / Herunterladen / Anfragen etc. > das muss eng verbunden sein mit Teil 1 der Liste.

Blog

Steht die eigene Website und ist das Produkt/Dienstleistung/Angebot dargestellt sollte man unter Beweis stellen das man Experte auf dem Gebiet ist. Am besten ist es das laufend in Blogbeiträgen zu tun. Hier nur ein paar Anmerkungen dazu:

  • Nicht jeder Blogbeitrag muss eine Weltneuheit präsentieren, einzigartig sein und ewig recherchiert sein. Die Mischung machts! Es ist ok mal nur eine Bilderserie, einen Eventbericht, Lesetipps etc. zu geben
  • Frequenz: Ein Blog das nur alle 2 Monate befüllt ist ist kein Blog. Das besser umbennen in einen Newsbereich und die Kommentare wegnehmen. So kann man auch Bloggen, nur Traffic wird man nicht aufbauen.
  • Bloggen? Warum? Dafür gibt es zig Gründe (Google befragen). Einer herausgegriffen: Am Anfang interessiert sich niemand für Ihr Unternehmen. Eine statische Landingpage bekommt nicht viel Traffic ohne dass sie laufend aktualisiert wird. Also bloggen: Laufend themenbezogenen Content erstellen der das Können von Ihnen unter Beweis stellt (Und dem Google Robot laufend etwas  zum Indizieren gibt…)
  • Blog / Website / Landingpage sollte technisch gesehen EINS sein (und auch auf einer Domain laufen). Mehrere Installationen von einem CMS / Tools müssen sonst instand gehalten werden und SEO technisch ist es nicht zu empfehlen auf verschiedenen Domains oder Subdomains zu arbeiten.

Social Networks

  • Präsenz um einerseits seinen Content selbst zu teilen (Facebook Page, LinkedIn, Instagram, Twitter, Whatsapp etc. > was passt zur Zielgruppe) und
  • eigens produzierten Content leicht teilbar machen (hier wieder beachten > das muss auch am Mobiltelefon gut funktionierten > am Mobiltelefon teile ich nur wenn es einfach möglich ist > das vorher testen)
  • Social Networks sind sehr schnell angelegt. Eine Community aufbauen, diese laufend bespielen etc. ist hingegen sehr intensiv. Unsicher ist auch ob ich die Community wirklich erreiche, oder ich nicht doch gleich ein Werbebudget brauche um eine dort aufgebauten Followers und Likes zu erreichen
  • Ein Blog Abonnent ist mehr Wert als ein Facebook Page Subscriber. Der Blog-Leser hat sich schon meine URL gemerkt, oder meinen Feed abonniert, weiß schon mal prinzipiell was ich mache und hat entschieden dass er die Updates direkt von meiner Website will. Ein Blog-Abonnent ist unabhängig von irgendwelchen Algorithmen die Facebook oder eine andere Plattform vielleicht ändert.

Newsletter

Reichweiten auf Facebook + Co können je nach Launen des Betreibers der jeweiligen SoM Plattform schnell mal abnehmen. Newsletter haben sich die letzten Jahre wieder etabliert. Es geht nichts über eine gut gepflegte Adressbasis die laufend mit gutem Content beschickt wird…

  • Der Platzhirsch unter den Newsletter Tools ist Mailchimp
  • Eine beliebte Content-Mischung ist: Content über das eigene Unternehmen / Produkt / Service, gepaart mit Branchennews, beachtenswertem Content im Web etc.
  • Oder auch ganz persönliche Nachrichten als Gründer_in, zb mit Tinyletter
  • Soll ich jetzt bloggen oder Newsletter schicken? Das Blog liefert oft den Content den du für den Newsletter sowieso brauchst. Einen Newsletter an nur sehr wenige Empfänger senden macht nur in Einzelfällen Sinn. Schickst du nur Branchen-News, Lesenswertes etc. kann auch nur der Newsletter geschickt werden, geht vielleicht schneller als noch ein Blog vorher befüllen, wenn dessen einziger Zweck ist den Newsletter Content darzustellen.

Content Beschaffung / Erstellung

  • Jeder hat heute ein Smarphone dabei. Das ist ein vollwertiger PC und ein toller Content Recorder. Ob Voice Memos, Notizen-App, Bilder.. unterwegs Content und Ideen sammeln ist heute leicht. Evernote oder OneNote sind zwei passende Tools dafür
  • Content Erstellung kann viel Zeit in Anspruch nehmen, je nachdem um welches Thema / Komplexität es sich handelt und wie gut die eigenen Skills ausgeprägt sind. Dazu eine einfache Übung in den Slides anhand derer ein einfaches Content-Item erstellt wird. Dann hochrechnen anhand dieser Beispielaufgabe (Zeitmessung!) was es bedeuten würde so einen Contentblock jede Woche produzieren zu müssen. Schaff ich das? Wer kann mir dabei helfen?

Auswertung und Reporting

  • Jedes Tool hat heute ein Analyse und Reporting Werkzeug gleich mit eingebaut. Gerade am Anfang, wenn die Zahlen generell niedrig sind, sollte nicht zuviel Zeit damit verschwendet werden ständig auf die Daten zu blicken. Gerade beim Bloggen ist das die ersten Wochen oder Monate oft irreführend. Anfangs bloggt man für eine kleine Zielgruppe. Übliche Reporting Tools sind Google Analytics für die eigene Landingpage (inkl. Clicktracking), Mailchimp bei Newslettern, Social Networks wie Facebook oder Twitter haben ihre eigenen Analyse Werkzeuge. Lösungen wie Geckoboard ermöglichen es für Digitalmarketer alle Elemente auf einer Plattform auszuwerten (sofern Geckoboard die Einbindung unterstützt).

Abschluss / Zusammenfassung

Digitales Marketing Jungunternehmertag 2015 Rolf Mistelbacher Fresh van Root

Die vorgestellten Möglichkeiten können heute als Basics erachtet werden. Klar ist dass gerade jemand der in Gründung ist nicht Zeit hat mehrere Kanäle zu bespielen. Deshalb auf einen fokusieren, ausprobieren und bei Erfolg ausbauen. Basics heißt auch dass das alle tun >> Es entstehen ständig neue Trends / Plattformen / Kanäle >> Es sollte noch Zeit bleiben neues Auszuprobieren während die Basics gut abdeckt sind.

>> Hier die Slides zum Download.

Mehr News zu diesem Bereich gibt es auch im Fresh van Root Newsletter.

Danke nochmals für die Einladung zum Vortrag und für die Top-Organisation von RAM Consulting.

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  1. -kurzweilige Gestaltung
    -verständliche Inhalte
    -hervorragendes Wording
    -genialer Vortrag
    -sensationeller Web Auftritt
    -sehr fresh
    Kompliment/JEP

  2. Ein wirklich sehr guter Vortrag von dir! Es war super, wie ehrlich und toll du so viele Inhalte in so kurzer Zeit präsentiert hast. Hut ab! :)

Webmentions

  • Persönliche Newsletter mit Tinyletter vs Blogs November 3, 2015

    […] a comment Newsletter erleben seit einiger Zeit ein Revival, wie ich meinem vorigen Post zum Digital Marketing Kit für Gründer_innen ausgeführt habe. Reichweiten auf Facebook + Co können nach Launen des Betreibers der […]