in Social Web

Newsletter erleben seit einiger Zeit ein Revival, wie ich meinem vorigen Post zum Digital Marketing Kit für Gründer_innen ausgeführt habe.
Reichweiten auf Facebook + Co können nach Launen des Betreibers der jeweiligen SoM Plattform schnell abnehmen. Newsletter haben sich die letzten Jahre wieder etabliert. Es geht nichts über eine gut gepflegte Adressbasis die laufend mit gutem Content beschickt wird.
Neben den vom Unternehmen verschickten Newsletter haben persönlich verschickte Newsletter wieder an Beliebtheit gewonnen. Früher oft als eMail mit den Empfängern auf BCC verschickt, gibt es heute Tools wie Tinyletter.

Persönlicher Newsletter vs Blog

  • Privateres Umfeld: Eine eMail erreicht den Empfänger im eMail Client. Dieser kann es veröffentlichen, weiterleiten etc. – aber es steht prinzipiell nicht im Web.
  • Kommentare und Diskussion: Aufgrund des privateren Umfeld in eMail Clients ist es leichter Feedback auf den Inhalt zu bekommen. Der Reply Button ist schnell gedrückt, und auch hier ist mehr Persönlichkeit/Direktheit gegeben. Der Verfasse kann die Replys wieder aufgreifen und darauf in den nächsten Ausgaben eingehen.
  • Contentfrequenz bei Newslettern: Auch ein Newsletter-Angebot muss mit einer möglichen Sendefrequenz kommuniziert werden. Anders als bei Blogs ist jedoch nicht jedem Leser sofort ersichtlich wenn es aus zeitlichen Gründen für einen längeren Zeitraum keine Ausgabe verschickt wurde.
  • Auffindbarkeit und SEO: Blogbeiträge können von Suchmaschinen indiziert werden und bringen somit Traffic auf die eigene Website. Der Newsletter ist vielleicht als Archiv verlinkt, aber um SEO mäßig relevant sein zu können müsste der Newsletter erst als vollständiger Blogbeitrag veröffentlicht werden.
  • Einfacherer Umgang mit Copyright: Das persönlich verschickte eMail wird im Normalfall nicht wie das Copyright auf einer Website behandelt.
  • Der technische Aufwand ist geringer: Kein Setup von Blogsoftware, Template, Plugin, Hoster und Domain. Der persönliche Newsletter ist am einfachsten verschickt via dem eigenen eMail Client mit den Empfängern auf BCC – für jene die auf ein weiteres Tool völlig verzichten wollen.
  • Ein persönlich verschickter Newsletter kann eine Vorstufe zum eigenen Blog sein: Wem der regelmäßige Versand von persönlichem Newsletter leicht von der Hand geht, der mag vielleicht den nächsten Schritt zum eigenen Blog wagen.
  • Der persönliche Newsletter als Ergänzung zum Blog: Für die echten “Fans” kann der persönlich verfasste Newsletter einen Zusatznutzen und Informationsvorteil bieten den der einfache Blogleser ohne Abo nicht erhält.

Vorstellung Tinyletter

Mailchimp hat sich im Bereich des klassischen Newsletter-Business mehr als gut etabliert: Fast alle Online Marketer sind mit dem Mail-Äffchen, das viele Newsletter am Ende ziert, gut vertraut. Tinyletter wurde von Mailchimp gekauft und weiterhin als eigenes Produkt vermarktet, dass sich an einen Personenkreis richtet der die professionellen Funktionen wie Reports, Automation, Personalisierung und viele mehr nicht braucht und sich stattdessen wirklich auf die inhatliche Gestaltung konzentrieren wollen. Deshalb auch der Claim “Email for people with something to say”.

Hauptfunktionen von Tinyletter

Tinyletter hat einen stark reduzierten Funktionsumfang und beschränkt sich auf die Kernfunktionen:

  • Ein simpler eMail Editor der auf Templates verzichtet
  • Ein einfaches Reply Management – Antworten an Tinyletter werden via dem Backend und/oder eMail verwaltet
  • Verwalten der Empfängerliste – aber genau einer
  • Simple Sign Up Page
  • Durchsuchbares Archiv der versandten Newsletter

Sonstiges:

  • Tinyletter ist kostenlos. Es gibt Einschränkungen: Listen mit über 5000 Empfängern sind nicht möglich. Sollte jemand so erfolgreich mit seinem Tinyletter sein, ist ein Upgrade auf Mailchimp sinnvoll.
  • Minimale Statistikfunktionen

Wie kann ich meinen Tinyletter promoten?

  • Je nach Zielsetzung: einen persönlichen Freundes- und Bekanntenkreis via eMail auf das Angebot aufmerksam machen und um ein Sign up bitten
  • Wenn vorhanden, am eigenen Blog oder Website integrieren
  • Die eigenen Social Media Profile
  • Bestehende Listen importieren sofern die Erlaubnis vorliegt
  • eMail Signatur

So sieht Tinyletter aus:

 

 

Wann ist es sinnvoller einen Newsletter zu schicken, statt ein Blog zu führen?

Die erste Frage ist die Zielsetzung:

  • Suche ich die Öffentlichkeit und möchte ich ein reichweitenstarker Blogger werden, oder als Unternehmen Traffic auf eine Website aufbauen? Der Versand von einem persönlichen verfassten Newsletter ist wohl nicht das richtige Medium und kann in diesem Fall nur eine Ergänzung sein zu meinen anderen Online Marketing Aktivitäten.
  • Möchte ich eher persönliche Themen behandeln und mir einen Namen machen?
  • Auch bei der Empfänger Liste stelle ich die gleichen Fragen – gebe ich das Newsletter Sign Up auf meine persönliche Seite, promote ich den Letter über Facebook etc. oder schicke ich nur an einen ausgewählten Kreis von Empfängern.

Was sind Tinyletter Alternativen?

Die einfachste Alternative ist der eigene eMail Client (bei Verzicht auf ein einfaches An-/Abmeldemanagement). Ein Unternehmen, das sich an Small Businessesim Bereich eMail Versand ist Campayn.

Wer verschickt via Tinyletter?

Tinyletter empfiehlt selbst erfolgreiche Nutzer. So bekommst du einen Überblick über den bunten Mix an Themen die behandelt werden. Das Web ist voll mit Empfehlungen.

Danke für Korrekturen und Feedback zu diesem Beitrag an Luca Hammer.

>> Fresh van Root Newsletter Archiv + Anmeldung

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Comment

  1. Guter Überblick. Finde auch, dass Newsletter ihr Revival erleben – vor allem reduziert man seine Abhängigkeit von externen Plattformen wie Facebook und Twitter.
    Auf Website und Blog würde ich aber trotzdem nicht verzichten, allein aus SEO-Gründen. Fahre daher derzeit Blog und Newsletter parallel.