in Storytelling

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Microsoft hatte verschiedene Angebote an Blogger und Content-Ersteller für Ihre Website. Mit Live Spaces wurde eine eigene Blog Plattform geboten. Diese war aber nie eine wirkliche Alternative zu WordPress, Blogger oder Tumblr, es hat einfach an grundlegenden Funktionen und konsequenter Weiterentwicklung gefehlt. Live Spaces wurde 2010 abgedreht und Bloggern die Möglichkeit geboten auf WordPress.com zu wechseln. Einen erneuten Versuch eine eigene Blogger-Software zu etablieren gab es von Microsoft seither nicht mehr. Ein ähnliches Schicksal wie Live Spaces ereilte den Blogger Client Windows Live Writer. Die Software unterstützt verschiedene Blog Plattformen. Beiträge können offline vorgeschrieben, gestaltet und auf der jeweiligen Blog-Plattform via XML-RPC Schnittstelle veröffentlicht werden. Leider ist auch diese Software in einem Dornröschenschlaf (letzte Aktualisierung: 2009) und schon seit einigen Jahren ohne Update.

Office Sway

Mit dem Produkt Sway soll nun die Microsoft Office Familie um ein zeitgemäßes Tool für Digital-Storytelling ergänzt werden. Ich hab einen Beta Key ergattert und mir die Web-App kurz angesehen.

Gestaltungsmöglichkeiten

Office Sway ist ein Produkt das den aktuellen Weblayout Zeitgeist wiederspiegelt. Onescroll-Websites im Responsive Design, hübsch bebildert, große Schriften, Fullscreen Videos. Einzelne Content-Elemente werden entlang einer Timeline angeordnet. Content Elemente werden in “Sections” unterteilt. Formatierungsmöglichkeiten sind stark begrenzt. Einzige Schriftformatierung ist Fett. Und das setzen von Links wird unterstützt. Videoelemente oder Bilder können mit der Eigenschaft “Showcase” in der Größe verändert werden. Normal / More / Most – letzteres bedeutet das Video nimmt die volle Bildschirmbreite in Anspruch. In der Beta gibt können derzeit nur die einfachsten Element wie Header, Text- und Bild-Elemente, sowie Social Media Integration getestet werden.

Content-Integration

Verwendetes Bildmaterial wird über OneDrive integriert. Derzeit werden auch wirklich nur Bilder unterstützt. Audio- oder Videodateien können nicht direkt integriert werden. Social-Media-Integrationen werden derzeit für Twitter, Facebook und Youtube geboten. Bei Facebook jedoch nur Elemente vom persönlichen Account und nicht von Seiten. Eine Suchmaske ist direkt in Sway integriert was das ganze relativ rasch ermöglicht. Soundcloud, Instagram, Vine oder viele andere bekannte Services werden noch nicht unterstützt. Interessant ist die Möglichkeit zu Beginn eines Projekts ein Wordfile zu importieren, so erspart man sich mühsame Copy/Paste Arbeit.

Content Seeding

Jedes fertige “Sway” kann via Permalink geteilt werden. Auch eine iFrame Option für die Integration in die eigene Website wird geboten. Passwortschutz oder eine Integration des Microsoft Account Systems gibt es derzeit nicht.

Layout Elemente

Bei den Layout Elementen ist die Beta noch stark eingeschränkt. Sway erlaubt derzeit nur die Nutzung von Headline-, Text-, und Bildelementen. Die interessanten Elemente wie mehrspaltiger Content, Gridview etc. fehlen noch.

Bedienung

Nach kurzer Einarbeitung in die Web-App ist die Bedienung für Nutzer andere Content-Management Tools eigentlich sehr einfach. Gewzungenermaßen aber auch durch den derzeit noch stark eingegrenzten Funktionsumfang auch keine schwere Aufgabe. Mit der gewohnten Bedienung von anderen Office Anwendungen hat Sway aber nichts zu tun. Klassisches Ribbon Elemente sucht man in Sway vergeblich.

Sonstiges / Anmerkungen

Sway ist keine Blogger Software, Dinge wie RSS Feed oder Kommentarmöglichkeit fehlen komplett. Designsprache wird zentral geregelt (“Mood”). Das Erstellen von kompletten Themes ist nicht möglich. Integrationen für WordPress, Tumblr, Blogger etc. sind derzeit nicht in Sicht. Ebenso das Hosting auf eigener Domain.

Fazit

Office Sway ist der verspätete (Wieder-) Einstieg von Microsoft in den Web-Content-Tools Markt. Sway kann eine sinnvolle Ergänzung im Office Portfolio sein. Vor allem wenn eine gute Integration in OneNote und Word erfolgen sollte (Content-Übernahme). Was den Funktionsumfang betrifft richtet sich das ganze an Einsteiger. Durch die wenigen Layout Elemente kommen auch Einsteiger gut zurecht. Die Zielgruppe der Studenten, KMUs, Homeuser, Casual Blogger wird damit schöne Webseiten bauen können. Für Medienhäuser, professionelle Blogger oder Storyteller ist Sway zumindest derzeit keine Alternative zu anderen Publishing Werkzeugen wie WordPress. Dem aktuellen Marketingslogan “Sway is an app for expressing your ideas in an entirely new way, across devices” wir das Tool noch nicht gerecht. Eine einfache WordPress Installation mit dem AESOP Plugin und dem passenden responsive Template bietet mehr Möglichkeiten.

 

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  • Adobe Spark: Tools for Content Creators - Fresh van Root

    […] the web has become so much easier. I have written about several tools for content creators, like Sway, AESOP Story Engine, Pageflow, Mozilla PopCornmaker (posts are all in German; I may translate them […]